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11-11-2013
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"Filme sprechen nicht nur unseren Verstand, sondern auch unsere Emotionen an. Und das grenzüberschreitend."

Emotional wurde dem Publikum am 7. November 2013 im Wiener Metro Kino einiges abverlangt. In Kooperation mit der Viennale fand der jährliche Lux-Filmtag des Europäischen Parlaments statt und die drei Finalisten des LUX-Filmpreises wurden gezeigt. EU-Abgeordnete Ulrike Lunacek begrüßte das Publikum und strich die Bedeutung von Filmen für die Verständigung über Sprach- und Kulturgrenzen hinweg hervor.

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Fotos: © Viennale/ Alexi Pelekanos

Der Lux-Filmpreis wird seit 2007 vom Europäischen Parlament vergeben, um den europäischen Film zu fördern und den Bürgerinnen und Bürgern die vielfältigen Lebenswelten in anderen Teilen Europas näherzubringen. Bevor im Dezember der diesjährige Sieger gekürt wird, zeigt das Europäische Parlament die drei Finalistenfilme gratis in allen 28 EU-Mitgliedstaaten.

Drei Filme mit emotionalem Tiefgang

Heuer sparte keiner der drei gezeigten Filme an menschlichem Drama. Zunächst begleiteten die Zuseher in dem belgischen Film "The Broken Circle Breakdown" (R: Felix Van Groeningen) ein flämisches Musikerpaar dabei, mit der Krebserkrankung ihrer Tochter zurechtzukommen. Danach wurde in der italienisch-französischen Co-Produktion "Miele" (R: Valeria Golino) gezeigt, wie eine junge Italienerin unheilbar kranken Menschen hilft zu sterben - eine Belastung, an der sie selbst zu zerbrechen droht. Schließlich wurde im dritten Film des Abends die Freundschaft der beiden Teenager Arbor und Swifty gezeigt, die in den englischen Midlands aufwachsen. Von den überforderten Eltern mit ihren Problemen allein gelassen und von der Schule suspendiert, fangen die Burschen an, sich als Tagelöhner für den örtlichen Schrotthändler zu verdingen. Schon bald wird ihre Freundschaft auf eine harte Probe gestellt. "The Selfish Giant" (R: Clio Barnard) ist ein radikal ehrliches Porträt einer sozial und ökonomisch schon lange abgehängten Schicht mitten im Herzen Englands.

Lunacek und Hurch begrüßten Publikum

Ulrike Lunacek, Abgeordnete zum Europäischen Parlament, hieß das Publikum gemeinsam mit Viennale-Direktor Hans Hurch herzlich willkommen. Filme können helfen, Grenzen abzubauen, vor allem diejenigen, die unsichtbar in unseren Köpfen sind. Sie sprechen dabei nicht nur unseren Verstand, sondern auch unsere Emotionen an. Und das grenzüberschreitend. Emotionen sind universal und vereinen uns - egal woher wir kommen, sagte Lunacek. Verraten, für welchen Film sie abstimmen (und unter ihren Kolleginnen und Kollegen werben) werde, wollte sie allerdings noch nicht. Das Europaparlament wird den Siegerfilm im Dezember im Straßburger Plenarsaal küren.

Der LUX-Filmpreis finanziert die Untertitelung des Gewinners in alle 24 Amtssprachen der EU und die Überarbeitung der Originalversion des Films in eine Fassung für hör- und sehbehinderte Menschen. Zudem wird in jedem Mitgliedsland der EU die Verbreitung auf DCP gefördert.